Historie

Urkundlich erwähnt wurde dieser Ort erstmals vor über 250 Jahren wegen
dem königlich privilegiertem Krugrecht am Müggelsee. Das königliche
Gutsbrauhaus befindet sich auch heute noch an der Seeseite, und konnte
so im Winter die tiefen Eiskeller mit Natureis aus dem Müggelsee füllen.
Höchstes Qualitätsbewusstsein zeigte sich schon in den Anfängen, so war
auch in größter Sommerhitze die Kühlung der Lagerkeller mit Leichtigkeit
sichergestellt. König Friedrich II kolonisierte den Ort. Er siedelte dort aus
Böhmen fleißige Weber und Seidenspinner an. Zusammen mit Hugenotten
pflanzten sie in Friedrichshagen Maulbeerbäume zur Seidenraupenzucht an.
Domänienrat Pfeiffer wurde königl. Lehenschulze, der Mahl- und Braurechte
verwaltete. Nach Ihm wurde die kleine Gasse neben dem Bräustübl
benannt.
Mit der Einführung der Gewerbefreiheit 1810 werden Mühlen- und
Brauzwang aufgehoben. 1852 wird das königl. Lehenschulzengut
Friedrichshagen parzelliert. Den einträglicheren Teil des königlichen Gutes
mit den Mahl- und Braurechten gab es erst zum Schluss der Auflösung ab
so dass 1869 das königl. Lehenschulzengut für 12.000 Taler verkauft wurde.
Eine neue Ära beginnt. Nach 2 Jahren entwickelte sie sich in eine für
damalige Verhältnisse sehr moderne Brauerei mit einem respektablen
Bierausschank. 1877 hat ein bayerischer Hopfenhändler die ehem. königl.
Gutsbrauerei geführt. Die Brauerei machte sich durch die frische
Hopfenherbe im Bier schon damals einen guten Namen. 1901 wurde mit
Berliner Gastwirten eine Gastwirtgenossenschaftsbrauerei gründet und die
Nachfrage des Bieres erhöhte sich sprunghaft. Der Bau eines neuen
Sudhauses mit kupfernem Sudkesselanlagen wurde notwendig. Zur
Bierauslieferung reichten die Pferdefuhrwerke nicht mehr aus, deshalb
wurde ein Teil des Biertransportes mittels eigener Dampfschiffe von
Friedrichshagen nach Alt-Stralau auf der Spree sichergestellt. Dort erfolgte
die Entladung der Dampfer durch 2 elektrische Drehkräne, die direkt auf die
brauereieigenen Lieferfuhrwerke erfolgte. 1904 wurden anlässlich der 7.
Kochkunstausstellung des Deutschen Gastwirtschaftsverbandes die Biere
mit dem großen Preis und dem begehrten Ehrenpreis ausgezeichnet. Im
ersten Weltkrieg mangelt es 1914 – 1918 an Rohstoffe. In dieser Zeit
werden sogar Biere mit einem Stammwürzegehalt von nur 1 % gebraut.
In der Nacht vom 14. zum 15. September 1926 vernichtet ein gewaltiger
Brand einen Großteil der Brauerei. Nach dem Brand wurden 1929 Anlagen
mit größerer Kapazität eingebaut. Der weitergeführte Aufbau zahlt sich nach
kurzem aus und bringt einen Ausstoß von über 30 Mio. Liter. 1935 wird die
Genossenschaft der Gastwirte zerschlagen und eine Aktiengesellschaft
gebildet, die "Berliner Bürgerbräu AG". Unter den fürchterlichen
Einwirkungen des zweiten Weltkrieges 1939 – 1945 hat die Brauerei sehr
gelitten.
1946 beginnt die Exportbierproduktion und liefert auch ins Ausland. Die
Deutsche Demokratische Republik wurde am 7. Oktober 1949 gegründet.
Bald wurde entschieden, dass die Biere der VEB Berliner Bürgerbräu
aufgrund Ihrer ausgezeichneten Qualität Ihren Absatz im Export finden
sollen. Durch Lieferungen auch in die „nicht sozialistischen Länder“ wurde
die Devisenkasse des Landes gefüllt. Schnell wuchs die Brauerei zur
bedeutendsten Exportbierbrauerei der DDR. Sie schafft sich weltweit einen
hervorragenden Ruf auch in Australien, Bulgarien, England, Frankreich,
Italien, Japan, Kanada, Mosambique, Österreich, Rumänien, Schweden
Sowjetunion, Spanien, Ungarn und den USA.
Die Brauerei erhält 14 höchste Auszeichnungen für Qualitätsarbeit und 12
mal die Goldmedaille zur Leipziger Messe und bekommt den
Vaterländischer Verdienstorden in Gold. 1990 wird aus der VEB Berliner
Bürgerbräu eine GmbH. Das historische Bräustübl wird nach über
einjähriger Restaurierung wieder eröffnet. Der Biergarten vor dem
denkmalgeschützten Bräustübl wird vom Reg. Bürgermeister aus Berlin
feierlich eröffnet und die Bierspezialität "Rotkehlchen", kommt wieder zum
Ausschank. Den Namen verdankt das vollmundige Bier seinem Krug, weil
es damals wie heute, in einem rotem Henkelglas ausgeschenkt wird. Ein
Gedenkstein im Biergarten vor dem Restaurant am Eingang des Bräustübls
erinnert an die Gründung von Friedrichshagen im Jahr 1753 und an das
königliche privilegierte Krugrecht, dem ersten Bierausschank am
Müggelsee, hier in diesen historischen Gasthaus.

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